Programmsäule „Wandel gesellschaftlicher Infrastrukturen und Resilienz“

Die Gesellschaft wandelt sich. Die Menschen werden immer älter. Die Städte wachsen. Die Kluft zwischen Arm und Reich vertieft sich. Gleichzeitig nimmt die Mobilität sowie die Technisierung und Vernetzung fast aller Lebensbereiche zu. Wahrnehmungen und Ansprüche an Sicherheit, das heißt, die Sicherheitskulturen in Stadt und Land verändern sich. Struktureller und kultureller Wandel stellen die Gesellschaft vor die Herausforderung, Sicherheitsregimes und Steuerungsprozesse an den Wandel anzupassen oder neu zu schaffen. In welcher Weise etwa sind private Akteure in die Gewährleistung städtischer Sicherheit oder die Sicherheit von Infrastrukturen einzubeziehen oder wie lässt sich die Selbsthilfe in Krisen steigern? Wie kann zum Beispiel damit umgegangen werden, dass viele Menschen bei Katastrophen spontan helfen wollen, sich aber nicht mehr auf jahrelanges Engagement in einem Ehrenamt festlegen können? Wie lässt sich der Kulturwandel methodisch erfassen und was ist daraus für die praktische Sicherheitsgewährleistung und Krisenbewältigung zu lernen?

Der Fachdialog Sicherheitsforschung hat die Programmsäule „Wandel gesellschaftlicher Infrastrukturen und Resilienz“ organisiert, um Fragen nach Erscheinungsformen, Folgen und möglichen Antworten auf technische und gesellschaftliche Veränderungsprozesse in fünf thematischen Sessionen aufzunehmen und zur Diskussion zu stellen. Dabei wurde das Konzept Resilienz als eine mögliche Antwort auf Krisen in der fünften Session überprüft. Diskutiert wurde, wie Gesellschaften lernen können, die Widerstandsfähigkeit ihrer Prozesse, Organisationen und Bevölkerung gegenüber Krisen zu stärken. In der sechsten Session präsentierte das BMBF-Forschungsprojekt „Resilience by Design – Strategie für die technologischen Zukunftsthemen (RESILIEN-TECH)“ konkrete Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträgerinnen und -träger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Session 1B: Wandel von Sicherheitskulturen in modernen Gesellschaften

Kurzzusammenfassung

Sicherheitskulturen prägen sowohl unsere Erwartungen an Sicherheit als auch unser Verhalten. Wie kommen unsere Vorstellungen von Sicherheit zustande? Durch was verändern sie sich? Wie können subjektive Wahrnehmungen mit der tatsächlichen Lage abgeglichen werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Session.

Der vielfältige Wandel von Sicherheitskulturen sei vor allem als Veränderung zu begreifen, die durch Technisierungsprozesse ausgelöst werde. Diese These vertrat Dr. Leon Hempel vom Zentrum für Technik und Gesellschaft der TU Berlin. Die Digitalisierung und Vernetzung von Anlagen und Prozessen erzeuge ein hohes Maß an Komplexität und Unübersichtlichkeit. Diese Entwicklung habe beispielsweise auch Auswirkungen auf die Arbeitswelt: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden permanent damit konfrontiert, ihr Handeln in Bezug auf Sicherheit zu reflektieren.

Auch die Ausübung des staatlichen Gewaltmonopols habe sich gewandelt. Wie Prof. Dr. Bernhard Frevel von der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung NRW in Münster erläuterte, sei hierarchisches Durchregieren durch die kooperative Steuerung von Prozessen abgelöst worden. Dabei würden zunehmend nichtstaatliche Akteure, wie private Sicherheitsdienste, kommunale Ordnungsdienste sowie Bürgerinnen und Bürger einbezogen. Die zivile Sicherheitsforschung müsse sich daher mit der Frage befassen, unter welchen Bedingungen es legal und legitim sei, nichtstaatliche Akteure einzubeziehen.

Wie sich die Wahrnehmung von ziviler Sicherheit in der Bevölkerung erfassen und beschreiben lässt, das zeigten Prof. Dr. Daniela Klimke und Marlene Tietz von der Polizeiakademie Niedersachsen in Nienburg/Weser. Sie untersuchten Ansichten zur zivilen Sicherheit im städtischen und ländlichen Raum. Bisherige Analysen zur Sicherheitswahrnehmung hätten lediglich die „Kriminalitätsfurcht“ in der Bevölkerung zum Maßstab genommen. Prof. Dr. Klimke und Tietz hingegen legten das umfassendere Konzept der „Sicherheitsmentalitäten“ zugrunde. Sicherheitsmentalitäten offenbarten, wie Bürgerinnen und Bürger sich selbst schützen, welche Meinungen sie zur inneren Sicherheit haben, welche Bedrohungen sie wahrnehmen und welche Erwartungen sie an Sicherheitsinstitutionen haben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Session kamen zum Schluss, dass es von großer Bedeutung sei, differenzierte Kenntnisse darüber zu erlangen, welche Veränderungsprozesse und Einflussfaktoren im Alltag, der Arbeitswelt und beim Wandel staatlicher Sicherheitsgewährleistung die (Un-)Sicherheitswahrnehmungen und das Handeln der Menschen beeinflussen. Diese Kenntnisse könnten dazu beitragen, der Tendenz einer zunehmenden Versicherheitlichung aller Lebensbereiche, das heißt, einem ausschließlichen Primat der Sicherheit, entgegenzuwirken.

end faq

Mittwoch, 07.05.2014; 15:15 – 16:45 Uhr

Vorträge

Moderation

Peter Zoche (Fraunhofer ISI und Fachdialog Sicherheitsforschung)

Session 2B: Modernisierung durch aktive Einbeziehung der Bevölkerung

Kurzzusammenfassung

Die Bevölkerung nimmt in der zivilen Sicherheit verschiedene Rollen ein: Sie kann betroffen sein, Gefahren abwehren oder zur Krisenbewältigung beitragen. Um in Zukunft Konzepte zu optimieren, mit denen mehr Bürgerinnen und Bürger auch ad hoc in den Katastrophenschutz einbezogen werden können, konzentrierte sich die Session auf die wesentliche Frage: Wie kann die Bevölkerung in die Krisenbewältigung einbezogen werden und zur Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung von Sicherheit beitragen?

Zunächst präsentierte Daniel Lorenz von der Katastrophenforschungsstelle an der FU Berlin Ergebnisse einer empirischen Studie über Einschätzungen von Sicherheit. Ziel war eine Gegenüberstellung von objektiv belegbarer und subjektiv wahrgenommener Sicherheit. Dazu untersuchte Lorenz räumlich geprägte Sicherheitswahrnehmungen und Gefährlichkeitsattribuierungen von Laien im Unterschied zu Expertinnen und Experten (Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz) u.a. mittels innovativer Methoden wie Stadtteilbegehung und partizipativer Photographie. Durch seine Untersuchungen konnte er belegen, welche Unterschiede zwischen den Sicherheitseinschätzungen von Laien sowie jenen von Expertinnen und Experten (wie ebenfalls bei letzteren) bestehen und welche praxisrelevanten Schlussfolgerungen daraus resultieren.

In einer Krise ist die Bevölkerung einer der wichtigsten Akteure. Sie erlebt Stress, kann in Panik geraten, unter Informationsmangel leiden oder auch aktiv zur Bewältigung beitragen, indem Menschen helfen oder Ressourcen zur Verfügung stellen. So sei zuletzt bei der Hochwasserkatastrophe 2013 deutlich geworden: Es ist notwendig und sinnvoll, die Bevölkerung von Beginn an aktiv in die Bewältigung einer Katastrophe einzubeziehen. Zum einen signalisierten kleine und leicht zu bewältigende Aufgaben in einer Krisensituation den Bürgerinnen und Bürger, dass sie wieder Kontrolle über die sicherheitsbeeinträchtigten Umstände bekämen. Zum anderen könne Hilfe aus der Bevölkerung die Sicherheitsbehörden entlasten.

Anhand des Szenarios eines langanhaltenden Stromausfalls und seinen Folgen unter Berücksichtigung von Problemen und Grenzen der BOS sowie auf der Basis einer Bürgerbefragung zu Hilfebedarf und -bereitschaft skizzierte Prof. Dr. Brigitta Sticher von der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin, warum der Einbezug der Bevölkerung notwendig und möglich ist und wie eine praktische Umsetzung in Form des Konzepts der ‚Kat(astrophen)Leuchttürme‘, d.h. ausgewählter Gebäude als Anlaufstellen im Krisenfall, aussehen könnte. Für bürgernahes Krisen- und Katastrophenmanagement seien Information, Kommunikation und wechselseitiges Vertrauen zwischen Bevölkerung und professionellen Helfern wichtige Faktoren. Dazu könne auch die Nutzung von Sozialen Netzwerken signifikant beitragen.

In der anschließenden Diskussion zeigte sich: Wenn verschiedene Bevölkerungsgruppen in die Krisenbewältigung einbezogen werden sollen, muss dies gut vorbereitet sein. Dazu besteht noch weiterer Forschungsbedarf.

end faq

Mittwoch, 07.05.2014; 17:30 – 19:00 Uhr

Vorträge

Moderation

Harald Arnold (Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht und Fachdialog Sicherheitsforschung)

Session 3B: Neue Dienstleister als Akteure der Sicherheit

Kurzzusammenfassung

Sicherheit herzustellen und zu gewährleisten, ist eine der Kernaufgaben des Staates. Durch Privatisierung und Auslagerung von Arbeitsprozessen ist jedoch ein Rückzug des Staates aus hoheitlichen Aufgaben zu beobachten. Einige dieser Aufgaben werden von privatwirtschaftlichen Anbietern aufgegriffen. Dies wirft Fragen auf. Die wichtigsten skizzierte Prof. Dr. Ludger Stienen von der Hochschule Furtwangen: Führt Privatisierung zu Effizienzgewinnen für die Sicherheit? Wie ist mit dem Rückzug des Staates umzugehen? Und: Wie verändert die Privatisierung unsere innere Sicherheit?

Eine Analyse der Ursachen für die Privatisierung innerer Sicherheit lieferte Dr. Tim Stuchtey vom Brandenburgischen Institut für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS) in Potsdam. Sicherheit sei ein „einkommenselastisches“ Gut, das mit steigendem Wohlstand stärker nachgefragt werde. Zudem gäbe es eine Lücke zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Bedrohung. Um die Privatisierung von Sicherheitsleistungen zu illustrieren, präsentierte Dr. Stuchtey empirische Befunde: Von 2002 bis 2012 sei die Zahl der privaten Sicherheitskräfte von 145.000 auf über 182.000 gestiegen. Im gleichen Zeitraum habe die Anzahl der Polizisten von Bund und Ländern nur um 835 auf 297.988 zugenommen.

Private Sicherheitsdienstleister, so betonte Dr. Harald Olschok vom Bundesverband der Sicherheitswirtschaft, seien auch in den Bereichen Safety und Service aktiv. Der Staat habe zwar das Gewaltmonopol inne, nicht aber ein Sicherheitsmonopol. Neue Bedarfe an Dienstleistungen aus Sicht der Versicherungen zeigte Christoph Stroschein von der Deutschen Gesellschaft für Systeminnovation mbH (GESI) auf. Dazu gehöre unter anderem der Ansatz, einen Schaden durch Serviceleistungen zu minimieren.

Möglichkeiten und Grenzen von Kooperationen zwischen Polizei und Sicherheitsgewerbe diskutierte Regierungsdirektor Dr. Frank Braun von der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung NRW in Münster. Dabei wies er darauf hin, dass eine Beleihung – im Falle der Berührung des staatlichen Gewaltmonopols – klar von einer Verwaltungshilfe abgegrenzt werden müsse. In diesem Zusammenhang kritisierte er, dass eine Verwaltungshilfe bei „gewaltgeneigten Tätigkeiten“ dazu führe, dass private Dienstleister ihre Befugnisse überschritten. Dr. Braun forderte, mit einem „Sicherheitspartnerschaftsgesetz“ neue gesetzliche Regelungen zu schaffen. Diese beträfen unter anderem auch den Datenschutz.

In der Abschlussdiskussion wurde unterstrichen, dass zwischen Ökonomisierung (Umgang mit Knappheit) und Privatisierung von Sicherheitsaufgaben unterschieden werden müsse. Wo und in welcher Form Aufgabenverlagerungen sinnvoll seien, müsse reflektiert und evaluiert werden.

end faq

Donnerstag, 08.05.2014; 9:00 – 10:30 Uhr

Vorträge

Moderation

Prof. Dr. Ludger Stienen (Hochschule Furtwangen)

Session 4B: Neue Formen der Infrastrukturen in der Notfallrettung

Kurzzusammenfassung

Gesellschaftliche Veränderungsprozesse, wie die zunehmende Alterung der Gesellschaft, Veränderung der Strukturen in Stadt und Land sowie der Wandel des Ehrenamts haben auch Folgen für die Notfallrettung, das Krisenmanagement und den Katastrophenschutz. Vorgestellt und diskutiert wurden daher Überlegungen zur Unterstützung für Ehrenamtliche, zur verbesserten Zusammenarbeit von öffentlichen Organisationen, gemeinnützigen Vereinen und privaten Unternehmen sowie Vorschläge zur Anpassung von Infrastrukturen der Notfallrettung.

Zur Situation des Ehrenamts in der Feuerwehr präsentierte Dr. Friedhelm Wolter vom Zentrum Brandschutz der Bundeswehr Ergebnisse einer empirischen Studie. Laut dieser Studie widmeten die Helferinnen und Helfer dem Ehrenamt immer weniger Zeit. Angst vor Nachteilen am Arbeitsplatz sei eine Ursache, die sinkende gesellschaftliche Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement eine weitere. Die dadurch entstehenden Lücken könnten gerade im ländlichen Raum nicht mehr durch Berufsfeuerwehren ausgeglichen werden. Daher sei es notwendig, die staatlichen Strukturen und gesetzlichen Vorgaben für das Ehrenamt zu verbessern.

Matthias Max vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) stellte hierzu neue Überlegungen mit der Frage an, wie organisatorisch ungebundene Helferinnen und Helfer in den Katastrophenschutz einbezogen werden können. Beim Hochwasser 2013 sei deutlich geworden, wie sich zahlreiche Helferinnen und Helfer mit Sozialen Medien rasch und gezielt mobilisieren und koordinieren ließen. Dieses Potenzial könne aus Sicht des DRK künftig noch besser genutzt werden.

Eine Strategie zur Anpassung von Infrastrukturen stellte Benedikt Weber von antwortING Ingenieurbüro PartG vor: Das Konzept des BMBF-Forschungsprojekts zur primären Luftrettung in strukturschwachen Gebieten (PrimAIR) sieht vor, in dünn besiedelten Gebieten Notarztfahrzeuge durch Hubschrauber zu ersetzen. In diesem Zusammenhang warb Prof. Dr. Klaus Runggaldier von der MSH Medical School Hamburg sowie Geschäftsführer der Falck Rettungsdienst GmbH für mehr gesellschaftliche Anerkennung privater Rettungsdienste. Private Rettungsdienste, so sein Hinweis, engagierten sich auf dem Markt der Notfallrettung auch als gemeinnützige Hilfsorganisationen.

In der anschließenden Diskussion wurde vor einer „Zerstörung vorhandener Strukturen durch Privatisierungen“ und vor einer „Deklassierung des Ehrenamtes durch private Akteure“ gewarnt. Es sei unverzichtbar, die Rahmenbedingungen und Strukturen für ehrenamtliches Engagement anzupassen bzw. zu erneuern. Auch wurde darauf hingewiesen, dass die Organisationen bei der Einbindung ungebundener Helfer bereits aus internationalen Erfahrungen lernen könnten.

end faq

Donnerstag, 08.05.2014; 11:15 – 12:45 Uhr

Vorträge

Moderation

Prof. Dr. Stefan Kaufmann (Universität Freiburg und Fachdialog Sicherheitsforschung)

Session 5B: Wandel von Infrastrukturen: Leitbild Resilienz?

Kurzzusammenfassung

Resilienz ist gegenwärtig in aller Munde: Resilienz? Ja bitte! Bei genauerem Hinsehen wird indes schnell deutlich, dass mit Resilienz je nach Disziplin, Anwendungskontext und Bezugssystem, wie etwa Infrastrukturen, Organisationen, Kommunen usw., unterschiedliche Vorstellungen und Ziele verknüpft werden. In dieser Session wurden Potenziale, Grenzen und Ambivalenzen von Resilienz als Leitbild ziviler Sicherheit reflektiert. Welche Ansatzpunkte zur Stärkung der Resilienz von Organisationen gibt es?

Prof. Dr. Stefan Kaufmann von der Universität Freiburg erinnerte an drei zentrale Momente der Diskussion über Resilienz als Lösung für Infrastrukturprobleme zu Beginn der 1980er Jahre: „Die Forderung nach einem radikalen Umbau von Strukturen, der Verweis auf paradoxe Effekte von Sicherheitsplanungen und die Frage nach Handlungskompetenzen im Falle des Versagens technischer Systeme.“

Für die Diskussion über die Anforderungen an sichere Infrastrukturen skizzierte Prof. Dr. Maja Apelt von der Universität Potsdam die Prinzipien sogenannter „High Reliability Organizations (HRO)“. Das sind Hochleistungsorganisationen, wie Kernkraftwerke oder Chemieunternehmen. Diese zeichneten sich durch eine „Kultur der Achtsamkeit“ aus. Zur Frage, wie sich Prinzipien der HRO auf die interorganisationale Zusammenarbeit (High Reliability-Netzwerke) übertragen lassen, sieht Prof. Dr. Apelt noch erheblichen Forschungsbedarf. Einen möglichen IT-unterstützten Ansatz stellte Prof. Dr. Volkmar Pipek von der Universität Siegen unter dem Stichwort der „kooperativen Resilienz“ vor. Sozio-technische IT-Infrastrukturen, wie zum Beispiel mobile kollaborative Lagekarten oder Social Media, seien in Krisensituationen nützlich für die Kooperation und Koordination.

Dr. Dr. Patricia Wiater von der LMU München forderte, sich für den Schutz kritischer Infrastrukturen auf politische Regulierungen zu konzentrieren. Der Staat müsse die Rechtspflichten für Unternehmen ausgestalten. Das Leitbild des „kooperativen Ansatzes“ und der Appell an den Eigennutz der Betreiber von kritischen Infrastrukturen seien dagegen zum Scheitern verurteilt: Denn private und öffentliche Interessen stimmten nicht überein.

Die Diskussion in dieser Session fokussierte auf die Frage, inwiefern zentrale Aspekte von Resilienz, wie die Thematisierung der Unberechenbarkeit und Unplanbarkeit von Selbstorganisation, im Leitbild „Resilienz kritischer Infrastrukturen“ tatsächlich behandelt werden. Womöglich, so lautete eine These, habe sich bisher nur der Titel – Resilienz statt Sicherheit – nicht jedoch die Denkweisen und Praktiken geändert.

end faq

Donnerstag, 08.05.2014; 14:15 – 15:45 Uhr

Impuls und Moderation

Vorträge